Amokalarm und Alarmierungssysteme Anbieter Vergleich
Ein Alarmierungssystem muss eine Gefahrenmeldung in kurzer Zeit zu allen Personen bringen, die handeln müssen, und zwar mit einer Handlungsanweisung statt nur mit einem Ton. Die Bandbreite reicht von der reinen Alarm-App für Schulen über mehrkanalige Krisenplattformen für Unternehmen und Behörden bis zur fest installierten Amokalarmierung an der Brandmelderzentrale. Welcher Weg passt, hängt an der Gebäudesituation, an der vorhandenen Technik und daran, ob Rückmeldungen der Empfänger gebraucht werden.
Kostenlos für Unternehmen
Nur Anbieter mit Vertrag
Passend zu Ihrer Region
Ein Fragebogen genügt
Anbieter im Überblick
8 Anbieter sind in dieser Kategorie mit einem Profil vertreten. Klappen Sie einen Eintrag auf, um Zielgruppe, Einzugsgebiet und Leistungsmerkmale zu sehen. Welcher Anbieter zu Ihnen passt, entscheidet Ihr Bedarf im Vergleich.
F24 mit FACT24 ENS+Profil noch nicht beanspruchtDie F24 AG aus München ist der größte in dieser Übersicht geprüfte Anbieter und deckt mit FACT24 ENS+ die Notfall- und Massenalarmierung ab. Das Unternehmen führt…Zum Profil
- Breite Kanalliste mit SMS, E-Mail, Sprachanruf, Fax, PC-Client und mobiler App
- Ansteuerung von Relais und Lautsprechern aus der Plattform heraus
- Auslösung eines definierten Szenarios in Sekunden von beliebigen Endgeräten
- Ereigniseingänge über Programmierschnittstelle, SNMP-Trap, Webhook, E-Mail und SMS
- Szenarien mit Gruppen, Eskalationsregeln, Geodaten und Qualifikationsfiltern
- Unterstützung industrieller Protokolle wie Modbus, KNX-Bus und OPC-UA
GroupAlarmProfil noch nicht beanspruchtGroupAlarm ist die Alarmierungsplattform der cubos Internet GmbH aus Herzogenrath und kommt erkennbar aus dem deutschen Einsatzdienstumfeld. Das zeigt sich an Funktionen wie Alarmmonitor, Pager, Schichtplänen…Zum Profil
- Kanäle App für iOS und Android, SMS, Sprachanruf und E-Mail
- FRED-Pager als eigenständiges Empfangsgerät unabhängig vom Smartphone
- Alarmmonitor und Einsatzdisplay im Gebäude
- Auslösung durch beliebige Auslöser über die Programmierschnittstelle
- Rückmeldungen und Verfügbarkeitsstatus der Teilnehmer
- Schichtpläne, Bereitschaftsplanung und Terminverwaltung
KlassenalarmProfil noch nicht beanspruchtKlassenalarm ist ein Produkt der Münchner BlueID GmbH, die vor der Umfirmierung unter baimos technologies firmierte und aus der digitalen Identifikations- und Zugangstechnologie kommt. Das Produkt…Zum Profil
- Reine Softwarelösung für Bildungseinrichtungen ohne eigene Hardware
- Vorbereitete Alarmarten mit großen Flächen, etwa Amok, Feuer und Evakuierung
- Einstellbarer Countdown vor dem Absenden gegen Fehlauslösungen
- Push-Zustellung mit Critical-Alert-Verhalten, das den Lautlosmodus durchbricht
- Gezielte Rückfragen an die Empfänger mit Auswertung in Echtzeit
- Entwarnung im selben Alarmfenster wie die Auslösung
NINICA Alarm AppProfil noch nicht beanspruchtDie Nica Software GmbH aus Düsseldorf vertreibt die NICA Alarm App als Teil einer breiteren Suite für Informationssicherheit und Notfallmanagement. Für Schulen wird die App als…Zum Profil
- Alarmierung als Modul einer Suite aus Notfallmanagement, Awareness und Richtlinienverwaltung
- Ein-Klick-Auslösung über vorbereitete Szenarien
- Eigene Szenarien zusätzlich zu den Vorlagen anlegbar
- Critical Alerts, die Lautlos- und Nicht-stören-Modus durchbrechen, sofern auf dem Gerät freigegeben
- Rollenbezogene Handlungsanweisungen zusammen mit der Meldung
- Statusrückmeldungen der Empfänger mit Bestätigungsquote in Echtzeit
NOKOProfil noch nicht beanspruchtNOKO ist eine Notfall- und Alarm-App für Schulen der PAJA Software UG mit Sitz in Weyhe bei Bremen. Das Produkt ist bewusst schlank gehalten und setzt…Zum Profil
- Großer Alarmknopf mit optionalem Countdown gegen Fehlauslösung
- Empfangsbestätigung durch die Empfänger in Echtzeit
- Geschützter Notfallchat zur Koordination während der Lage
- Als Übung gekennzeichnete Probealarme
- Betrieb auf mehreren Geräten je Person
- Keine Abhängigkeit von einer Schulplattform oder von Gebäudetechnik
safeREACHProfil noch nicht beanspruchtsafeREACH ist eine in Wien ansässige Plattform für Alarmierung und Krisenkommunikation, deren Wurzeln nach eigener Darstellung in der Einsatzalarmierung liegen. Die Lösung adressiert Unternehmen, Behörden, Gesundheitswesen…Zum Profil
- Vier parallele Zustellkanäle über App, SMS, Sprachanruf und E-Mail
- Manuelle Auslösung über App, Desktop und Cockpit
- Automatische Auslösung aus Brandmeldeanlage oder Gebäudeleittechnik
- Auslösung aus Fremdsystemen über das Modul email2alarm
- Stiller Alarm als eigene Alarmkategorie
- Digitale Handlungsanweisungen zusammen mit der Meldung
Stiller AlarmProfil noch nicht beanspruchtStiller Alarm ist eine Berliner Alarmierungssoftware, die ihren Ursprung 2008 in der Produktentwicklung der JAEMACOM GmbH hat und seit 2013 als eigene Gesellschaft geführt wird. Der…Zum Profil
- Diskrete Auslösung, ohne dass die bedrohende Person es bemerkt
- Auslösung über Tastenkombination, Schaltfläche oder Maus am PC
- Optionaler USB-Taster am Arbeitsplatz und optionaler Bluetooth-Taster am Körper
- Mobile App mit aktivem und passivem Alarm
- Übermittlung von Name, Ort und Zeitstempel an die Helfergruppe
- Situationsabhängige Weiterleitung an die passende Empfängergruppe statt an alle
TELENOTProfil noch nicht beanspruchtTELENOT ist kein Anbieter von Alarmierungssoftware, sondern ein deutscher Hersteller von Sicherheitstechnik, der die Amokalarmierung über die vorhandene Brandmeldeanlage abbildet. Dafür gibt es einen eigenen gelben…Zum Profil
- Gelber Handmelder 4444T-G mit Aufschrift AMOKALARM als nichtautomatischer Melder
- Optisch klar abgesetzt vom roten Feuermelder
- Anschaltung an die Brandmelderzentrale hifire 4000 BMT
- Weiterleitung über die angeschaltete Übertragungseinrichtung an eine Leitstelle
- Funktionsüberwachung des Tastenmechanismus
- Betrieb ohne Internet, ohne Mobilfunk und ohne persönliche Endgeräte
Alle Einträge sind redaktionell recherchierte Profile. Es besteht zu keinem dieser Anbieter eine Geschäftsbeziehung, und Anfragen werden nicht an sie weitergeleitet.
Was ein Alarmierungssystem leisten muss
Die Unfallkasse Nordrhein-Westfalen beschreibt für Schulen, dass alle Gebäudenutzer eine Gefahreninformation erhalten müssen, also Schülerinnen und Schüler, Beschäftigte, Handwerker, Eltern und externe Nutzer. Aus den ausgewerteten Quellen ergeben sich sechs Funktionen, die moderne Systeme abdecken, von der Auslösung über die Rückmeldung bis zur Entwarnung auf demselben Weg, auf dem alarmiert wurde.

Auslösung und Verteilung
Eine definierte Lage wird durch berechtigte Personen oder durch eine angeschaltete Anlage ausgelöst. Die Meldung geht danach an eine vorher festgelegte Empfängergruppe, häufig gestaffelt in Eskalationsstufen.
- Auslösung durch berechtigte Personen oder durch eine angeschaltete Anlage
- Verteilung an eine vorher festgelegte Empfängergruppe
- Eskalationsstufen, damit nicht jede Lage sofort alle Empfänger erreicht

Handlungsanweisung statt reinem Ton
Ein Ton allein sagt niemandem, was zu tun ist. Die Meldung trägt deshalb eine Handlungsanweisung, die je nach Rolle unterschiedlich ausfallen kann.
- Anweisung je Rolle, etwa für Lehrkräfte, Sekretariat und Hausmeisterdienst
- Sichere Schule empfiehlt eine Klartextansage mit einem vorher vereinbarten Text
- Damit wird unterscheidbar, ob geräumt oder in Räumen verblieben wird

Rückmeldung und Lagebild
Die Leitung muss sehen, wer erreicht wurde und wer Hilfe braucht. Dafür melden die Empfänger zurück, und das System führt daraus ein Lagebild für die Einsatzleitung.
- Rückmeldung der Empfänger, damit die Leitung den Stand kennt
- Lagebild und Dokumentation für die Einsatzleitung
- Spätere Aufarbeitung aus denselben Protokollen

Entwarnung und Übung
Entwarnt wird über denselben Weg, auf dem alarmiert wurde. Die Verwaltungsvorschrift Baden-Württembergs verlangt zusätzlich jährliche Übungen für das Personal zu Bedrohungslagen.
- Entwarnung auf demselben Kanal wie die Alarmierung
- Als Übung gekennzeichnete Testalarme über die echten Zustellwege
- Jährliche Brandschutzübung und jährliche Übung zu Bedrohungslagen nach der Verwaltungsvorschrift Baden-Württembergs
| Auslöseweg | Belegt bei diesen Anbietern und Quellen |
|---|---|
| App auf Smartphone, Tablet oder Smartwatch | Klassenalarm, NICA, NOKO, safeREACH, GroupAlarm, F24, Stiller Alarm |
| PC-Client, Tastenkombination oder Maus am Arbeitsplatz | Stiller Alarm, Klassenalarm über Windows 11, safeREACH Desktop |
| Fest montierter Taster oder Handmelder | Telenot Handmelder 4444T-G, Stiller Alarm USB-Taster, AidComm Alarmbox |
| Bluetooth-Taster am Körper | Stiller Alarm mobile Lösung |
| Automatische Auslösung durch eine angeschaltete Anlage | Telenot über Brandmelderzentrale hifire 4000 BMT, safeREACH über Brandmeldeanlage, F24 über Relais und Gebäudetechnik |
| Schnittstellenauslösung über REST-API, Webhook, SNMP-Trap oder E-Mail | F24 FACT24 ENS+, GroupAlarm REST-API, safeREACH email2alarm |
| Telefon und Notrufnummer als anbieterunabhängiger Rückfallweg | Klassenalarm Blog zu Amokalarm, MSchulbauR Abschnitt 9.4 |
Räumungssignal und Bedrohungssignal müssen unterscheidbar bleiben
Die erwartete Reaktion ist gegenläufig. Bei Brand wird geräumt, bei einer Bedrohungslage wird in Räumen verblieben und verbarrikadiert. Der ZVEI Fachverband Sicherheit formuliert das so, dass sich das Signal eines Amokalarms deutlich von dem anderer Gefahrensituationen unterscheiden muss.
- Die Verwaltungsvorschrift Baden-Württembergs verlangt Signale, die zwischen Verbleib in Räumen und Räumung unterscheiden
- Die Signale müssen deutlich wahrnehmbar sein und sich von öffentlichen Sirenensignalen abheben
- Sichere Schule nennt das Zwei-Sinne-Prinzip, also akustisches und optisches Signal zusammen
- Wer beide Lagen auf denselben Ton legt, schickt Menschen in die falsche Richtung
Sechs Wege, wie im Markt alarmiert wird
Die geprüften Anbieter lassen sich in sechs Typen einteilen, von der reinen App ohne Bauleistung bis zur fest verkabelten Anlage am Gebäude. Mehrere Anbieter decken mehr als einen Typ ab, deshalb lohnt der Blick auf die Schnittstellen und nicht nur auf die Produktkategorie.
Typ A, reine Alarm-App für Schulen und Kindertagesstätten
Softwarelösung ohne eigene Hardware, die auf vorhandenen Dienstgeräten läuft und einen fertig vorbereiteten Alarmablauf mitbringt. Geeignet für Schulen und Träger, die schnell und ohne Bauleistung eine geregelte interne Alarmierung brauchen, und für Einrichtungen ohne Sprachalarmanlage.
- Auslösung per Kachel in der App mit Countdown gegen Fehlauslösungen, belegt bei Klassenalarm und NOKO
- Critical Alerts, die den Lautlosmodus des Geräts durchbrechen, belegt bei Klassenalarm und NICA
- Rückmeldefunktion und Entwarnung im selben Alarmfenster, belegt bei Klassenalarm, NOKO und NICA
Typ B, unternehmensweite Alarmierungs- und Krisenplattform
Mehrkanalige Plattform mit Szenarien, Eskalationsstufen, Verfügbarkeitsverwaltung, Dokumentation und Schnittstellen. Geeignet für Unternehmen, Behörden und Betreiber mit Bereitschaftsdiensten, mehreren Standorten und Anbindung an Leittechnik.
- Parallele Zustellung über App, SMS, Sprachanruf und E-Mail, belegt bei safeREACH, GroupAlarm und F24
- Auslösung durch Fremdsysteme über REST-API, Webhook, SNMP-Trap oder E-Mail, belegt bei F24 und GroupAlarm sowie über email2alarm bei safeREACH
- Lagebild, Konferenzschaltung und revisionsfeste Dokumentation, belegt bei F24 und safeREACH
Typ C, stiller Alarm am Arbeitsplatz
Software am Büroarbeitsplatz, die diskret Hilfe holt, ohne dass die bedrohende Person es bemerkt. Geeignet für Bürgerämter, Jobcenter, Jugendämter, Gerichte, Wohnungsunternehmen und Schulsekretariate mit Publikumsverkehr.
- Auslösung über Tastenkombination, Maus oder USB-Taster direkt am PC, belegt bei Stiller Alarm
- Übermittlung von Name, Ort und Zeitstempel an eine definierte Helfergruppe, belegt bei Stiller Alarm
- Betrieb in Terminalserver- und Virtualisierungsumgebungen, belegt bei Stiller Alarm für Citrix und VMware
Typ D, gebäudetechnische Amokalarmierung über Gefahrenmeldeanlage und Sprachalarmanlage
Fest installierte Technik mit Handmeldern, Zentrale, Sirenen oder Lautsprecherlinien, die Alarm im gesamten Gebäude erzeugt und ohne Internet funktioniert. Geeignet für Neubauten, Sanierungen und Objekte mit vorhandener Brandmeldeanlage.
- Gelber Amokalarm-Handmelder als nichtautomatischer Melder an der Brandmelderzentrale, belegt bei Telenot mit dem Melder 4444T-G
- Durchsagen statt reinem Ton, damit unterschiedliche Lagen unterschieden werden können, belegt über DIN VDE 0833-4 und ZVEI
- Zwei-Sinne-Prinzip mit akustischem und optischem Signal, belegt über Sichere Schule
Typ E, Hybridlösung aus Gebäudetechnik und App
Kopplung einer vorhandenen Anlage mit einer Alarmierungsplattform, damit ein Auslöser beide Wege bedient. Geeignet für Träger und Betreiber, die vorhandene Technik behalten und nur die Verteilung und Rückmeldung digitalisieren wollen.
- Alarmierung aus der Brandmeldeanlage heraus in die Plattform, belegt bei safeREACH über die Anbindung an die Brandmeldeanlage
- Ansteuerung von Relais und Lautsprechern aus der Plattform heraus, belegt bei F24 FACT24 ENS+
- Anbindung von Gebäude- und Leittechnik über Modbus, KNX-Bus und OPC-UA, belegt bei F24 FACT24 ENS+
Typ F, Alarmierung mit eigener Hardware und angeschlossener Leitstelle
Kombination aus Notrufgerät oder Alarmbox, Mehrkanalalarmierung und einer ständig besetzten Leitstelle. Geeignet für Einzelarbeitsplätze, Schalterbereiche und Objekte, die eine externe Aufschaltung wollen.
- Kombination aus Notruf-Handy, fester Alarmbox oder Hybridmodell, belegt bei AidComm NetToWin
- Mehrkanalige Auslösung über Sirenen, App, E-Mail und VoIP-Telefonie, belegt bei AidComm
- Anbindung an Gebäudeleittechnik und Zutrittskontrolle, etwa zum Verriegeln von Türen, belegt bei AidComm
| Lösungstyp | Internetverbindung nötig | Bauleistung nötig |
|---|---|---|
| Typ A, Alarm-App für Schulen und Kindertagesstätten | Ja, alle in dieser Recherche geprüften App-Lösungen setzen eine aktive Internetverbindung voraus | Nein, die Lösung läuft auf vorhandenen Dienstgeräten |
| Typ B, Alarmierungs- und Krisenplattform | Ja für den App-Kanal, SMS und Sprachanruf laufen zusätzlich über das Mobilfunknetz | Nein, solange keine Anbindung an Gebäudetechnik gewünscht ist |
| Typ C, stiller Alarm am Arbeitsplatz | In dieser Recherche nicht ausgewiesen | Nein, optional kommt ein USB-Taster oder Bluetooth-Taster hinzu |
| Typ D, Gefahrenmeldeanlage und Sprachalarmanlage | Nein, die Anlage arbeitet ohne Internet | Ja, Handmelder, Zentrale und Lautsprecherlinien werden fest installiert |
| Typ E, Hybrid aus Gebäudetechnik und App | Ja für den App-Weg, der Anlagenweg bleibt davon unabhängig | Ja, für die Kopplung an die vorhandene Anlage |
| Typ F, eigene Hardware mit angeschlossener Leitstelle | In dieser Recherche nicht ausgewiesen | Teilweise, je nach Alarmbox und Anbindung an die Gebäudeleittechnik |
Die Typen schließen einander nicht aus
Mehrere geprüfte Anbieter decken mehr als einen Typ ab. safeREACH verbindet die Plattform mit der Brandmeldeanlage, F24 steuert Relais und Lautsprecher aus der Plattform heraus, und Stiller Alarm kombiniert den PC-Client mit Tastern. Die sinnvolle Frage lautet deshalb, welche Wege parallel bedient werden.
- Prüfen Sie, ob ein einziger Auslöser beide Wege bedient, also Gebäudetechnik und persönliche Endgeräte
- Eine fest installierte Anlage erzeugt Alarm im ganzen Gebäude, liefert aber keine Rückmeldung der Empfänger
- Eine App liefert Rückmeldung und Lagebild, erreicht aber nur Personen mit Gerät und Netz
- Wer beides braucht, landet in der Praxis bei Typ E und damit bei der Frage nach den Schnittstellen
Was in Deutschland gilt und was daraus nicht folgt
Es gibt Bauvorschriften und Technische Regeln zur Alarmierung allgemein, aber keine bundesweite Amokalarm-Norm. Der Anbieter Klassenalarm schreibt in seinem Fachbeitrag, dass sich eine bundesweit verbindliche Pflicht zu einem bestimmten technischen Amokalarmsystem nicht ableiten lässt und dass keine technische Norm automatisch auf jede Schule anwendbar ist. Dieser Befund deckt sich mit den übrigen geprüften Quellen.
Muster-Schulbau-Richtlinie MSchulbauR, Fassung April 2009, Abschnitt 9
Abschnitt 9 der Muster-Schulbau-Richtlinie regelt Alarmierungsanlagen an Schulen. Die MSchulbauR ist eine Muster-Richtlinie. Ob und in welcher Fassung sie in einem Bundesland gilt, ist Landesrecht und wurde in dieser Recherche nicht je Bundesland geprüft.
- Nach 9.1 müssen Schulen Alarmierungsanlagen haben, durch die im Gefahrenfall die Räumung eingeleitet werden kann
- Nach 9.2 muss sich das Alarmsignal vom Pausensignal unterscheiden und in jedem Raum der Schule gehört werden können
- Nach 9.3 muss das Signal an mindestens einer während der Betriebszeit ständig besetzten oder jederzeit zugänglichen Alarmierungsstelle ausgelöst werden können
- Nach 9.4 müssen an dieser Stelle Fernsprecher vorhanden sein, über die Feuerwehr und Rettungsdienst sofort erreicht werden
DIN VDE 0833-4 in der Ausgabe 2024-06
Der Titel lautet nach Darstellung der DGWZ Gefahrenmeldeanlagen für Brand, Einbruch und Überfall, Teil 4 Festlegungen für Anlagen zur Sprachalarmierung im Brandfall. Die Ausgabe vom Juni 2024 ersetzt die Ausgabe 2014-10. Der Normtext selbst ist kostenpflichtig und wurde in dieser Recherche nicht eingesehen.
- Der Anwendungsbereich umfasst Planen, Errichten, Erweitern, Ändern und Betreiben von Anlagen mit Einrichtungen für die Alarmierung mittels Durchsagen
- Erfasst sind die automatische Auslösung über eine Brandmeldeanlage und die manuelle Auslösung durch Livedurchsage
- Die Norm gilt in Verbindung mit DIN VDE 0833-1 und DIN VDE 0833-2
DIN 14675 Brandmeldeanlagen, Fassung 2020-01
Die aktuelle Fassung ist aufgeteilt in Teil 1 Aufbau und Betrieb sowie Teil 2 Anforderungen an die Fachfirma. Die folgenden Angaben stammen aus einer Enzyklopädie und nicht aus dem Normtext, sie sind deshalb nur eingeschränkt belegt.
- Firmen, die Brandmeldeanlagen mit Aufschaltung zur Feuerwehr planen, errichten oder instand halten, müssen nach dieser Darstellung seit dem 01.11.2003 nach DIN 14675 zertifiziert sein
- Mit der Fassung von 2012 wurden die Kompetenzanforderungen auf Sprachalarmanlagen ausgeweitet
- Lassen Sie sich den Zertifikatsnachweis der ausführenden Fachfirma vorlegen
ASR A2.3 und Arbeitsstättenverordnung
Nach Darstellung des Fachanbieters ProSafeCon wurde die ASR A2.3 am 18.03.2022 umfassend überarbeitet und ersetzt die Fassung von August 2007. Der Originaltext der BAuA war beim Abruf am 20.09.2026 gesperrt, der Wortlaut ist damit nicht direkt geprüft.
- Rechtsgrundlage sind nach dieser Darstellung § 3a Absatz 1 sowie § 4 Absatz 3 und 4 der Arbeitsstättenverordnung und Nummer 2.3 des Anhangs
- Inhaltlich geht es um Fluchtwege, Notausgänge, Sicherheitsbeleuchtung, Flucht- und Rettungspläne sowie Räumungsübungen
- Zu Alarmierungstechnik im engeren Sinn enthält die ausgewertete Darstellung keine Aussage
- Der Volltext von § 4 der Arbeitsstättenverordnung war am 20.09.2026 nicht abrufbar, der genaue Wortlaut zu Notfallmaßnahmen ist damit nicht belegbar
Verwaltungsvorschrift Krisenereignisse an Schulen Baden-Württemberg
Als belastbar geprüft wurde die Gemeinsame Verwaltungsvorschrift des Kultusministeriums und des Innenministeriums Baden-Württemberg vom 08.03.2024, Aktenzeichen KM24-1721-4/2, in Kraft seit 01.04.2024. Andere Länder haben eigene Handreichungen, diese wurden hier nicht im Volltext geprüft.
- Ein mit Schulträger und Einsatzkräften abgestimmter Krisenplan, der jährlich an Polizei und Feuerwehr übermittelt wird
- Akustische Alarmierungseinrichtungen mit optischen oder taktilen Komponenten für Barrierefreiheit
- Netzunabhängige Alarmierungseinrichtungen als Rückfallebene, etwa Handglocken oder Megafone
- Unterscheidbare Signale für Verbleib in Räumen und für Räumung, deutlich wahrnehmbar und verschieden von öffentlichen Sirenen
- Eine jährliche Brandschutzübung sowie jährliche Übungen für das Personal zu Bedrohungslagen
Unfallversicherung und KRITIS-Bezug
Das Portal Sichere Schule der Unfallkasse Nordrhein-Westfalen nennt das Zwei-Sinne-Prinzip und verlangt für Versammlungsräume über 1.000 Quadratmeter Grundfläche Alarmierungs- und Lautsprecheranlagen zur Unterrichtung aller Anwesenden. Der Bezug zu KRITIS ist dagegen nur mittelbar.
- Nach Darstellung des BSI wurde das BSI-Gesetz durch das NIS-2-Umsetzungsgesetz vom 02.12.2025 neu gefasst
- Betreiber kritischer Anlagen müssen sich registrieren und eine rund um die Uhr erreichbare Kontaktstelle benennen
- Erhebliche Sicherheitsvorfälle sind zu melden, dazu kommen Risikomanagement, Angriffserkennung und Nachweise alle drei Jahre
- Eine eigene Pflicht zu Alarmierungs- oder Notfallkommunikationstechnik nennt das BSI an dieser Stelle nicht
Keine bundesweite Amokalarm-Pflicht und ein offener Streitpunkt
Aus den geprüften Quellen lässt sich keine bundesweit verbindliche Pflicht zu einem bestimmten technischen Amokalarmsystem ableiten. Maßgeblich sind Landesrecht, Schulträger, Gebäudesituation und örtliche Absprachen. Offen bleibt außerdem, ob eine Sprachalarmanlage für den Amokalarm mitgenutzt werden darf.
- Der Fachanbieter ESB Solutions schreibt, DIN VDE 0833-4 erlaube die Nutzung im Nichtbrandfall für andere Zwecke einschließlich Amokalarm
- Die Normübersicht der DGWZ enthält zu dieser Fremdnutzung keine Aussage
- Dieser Widerspruch wird hier nicht aufgelöst, wer eine Sprachalarmanlage mitnutzen will, sollte die Normfassung selbst einsehen
- Binden Sie vor einer Festlegung die zuständige Brandschutzdienststelle ein
Über welche Kanäle die Meldung beim Empfänger ankommt
Der Auslöseweg entscheidet, wie ein Alarm startet. Der Meldeweg entscheidet, ob er ankommt. Die folgende Übersicht nennt nur Kanäle, die in den geprüften Anbieter- und Normquellen belegt sind. Wer Redundanz braucht, sollte mindestens zwei technisch unabhängige Kanäle verlangen.
Redundanz über technisch unabhängige Kanäle
Ein Kanal allein trägt die Last nicht. Push-Nachrichten hängen an Internet und Gerätekonfiguration, SMS und Sprachanruf hängen am Mobilfunknetz, eine Sirene hängt an der Hausinstallation. Die Plattformanbieter safeREACH, GroupAlarm und F24 stellen deshalb parallele Zustellung über mehrere Kanäle bereit.
- Klären Sie, welche Kanäle gleichzeitig und nicht nur nacheinander bedient werden
- Bei NICA ist E-Mail ein kostenpflichtiger Zusatz und SMS nach Anbieterangabe angekündigt, aber noch nicht verfügbar
- Bei Klassenalarm und NOKO sind über den App-Kanal hinaus keine weiteren Kanäle ausgewiesen
Netzunabhängige Rückfallebene
Die Verwaltungsvorschrift Baden-Württembergs verlangt netzunabhängige Alarmierungseinrichtungen als Rückfallebene und nennt ausdrücklich Handglocken und Megafone. Bauordnungsrechtlich kommt nach Abschnitt 9.4 der Muster-Schulbau-Richtlinie der Fernsprecher an der Alarmierungsstelle hinzu, über den Feuerwehr und Rettungsdienst sofort erreicht werden.
- Telefon und Notrufnummer bleiben der anbieterunabhängige Rückfallweg
- Eine fest installierte Anlage nach Typ D arbeitet ohne Internet und ohne persönliche Endgeräte
- Legen Sie im Alarmplan fest, wer die Rückfallebene auslöst und wann
Barrierefreiheit und Zwei-Sinne-Prinzip
Das Portal Sichere Schule nennt die Kombination aus akustischem und optischem Signal. Die Verwaltungsvorschrift Baden-Württembergs verlangt akustische Alarmierungseinrichtungen mit optischen oder taktilen Komponenten. Wer nur akustisch alarmiert, erreicht hörbeeinträchtigte Personen nicht.
- Optische Signalgeber gehören in Räume, in denen eine Durchsage nicht sicher verstanden wird
- Taktile Komponenten sind in der Verwaltungsvorschrift ausdrücklich als Alternative genannt
- Prüfen Sie die Abdeckung je Raum und nicht nur je Gebäudeteil
| Meldeweg | Belegt bei diesen Anbietern und Quellen |
|---|---|
| Push-Nachricht mit Critical-Alert-Verhalten, das den Lautlosmodus durchbricht | Klassenalarm, NICA |
| SMS | safeREACH, GroupAlarm, F24 |
| Sprachanruf mit vorgelesener Durchsage | safeREACH, GroupAlarm, F24, MultiBel |
| safeREACH, GroupAlarm, F24, NICA als kostenpflichtiger Zusatz | |
| Pager | GroupAlarm FRED-Pager |
| Alarmmonitor und Einsatzdisplay im Gebäude | GroupAlarm |
| Sirene, Hupe und optisches Signal | Sichere Schule, AidComm NetToWin |
| Sprachalarmanlage mit Durchsage, automatisch oder live gesprochen | DIN VDE 0833-4, ZVEI, Sichere Schule |
| Lautsprecher und Relaisausgänge aus der Alarmierungsplattform heraus | F24 FACT24 ENS+ |
| DECT | Kein Beleg in den geprüften Quellen, deshalb hier als nicht belegbar geführt |
DECT ist in dieser Recherche nicht belegbar
Kein Anbieterprofil dieser Recherche weist eine DECT-Anbindung aus. DECT wird deshalb als nicht belegbar geführt und sollte in einem Vergleich nur genannt werden, wenn ein Anbieter es schriftlich bestätigt.
- Lassen Sie sich die Kanalliste schriftlich bestätigen und nicht nur in einer Präsentation zeigen
- Alle in dieser Recherche geprüften App-Lösungen brauchen eine aktive Internetverbindung
- Die Verwaltungsvorschrift Baden-Württembergs verlangt deshalb netzunabhängige Rückfallebenen wie Handglocke oder Megafon
- Klären Sie, was passiert, wenn Mobilfunk oder das Schul-WLAN ausfällt
Was Alarmierung kostet und wo die öffentlichen Zahlen enden
Alle Beträge stammen aus öffentlich einsehbaren Preisseiten der Anbieter, Stand 20.09.2026. Wo kein Preis veröffentlicht ist, steht das ausdrücklich in der Tabelle. Für Anlagentechnik, also Sprachalarmanlagen, Verkabelung und Abnahme, ließ sich keine belastbare öffentliche Zahl finden.
| Posten | Spanne | Wovon es abhängt |
|---|---|---|
| Alarm-App Schule, je Nutzer und Jahr | 6,00 Euro bis 15,00 Euro | 6,00 Euro bei NOKO, bis 15,00 Euro bei Klassenalarm in der kleinsten Stufe für weiterführende Schulen. Schulform, Nutzerzahl und Trägerbündelung bestimmen den Satz. Klassenalarm rechnet je angefangene 20 Nutzer, im Trägermodell sinkt der Satz auf 7,50 Euro je Nutzer und Jahr. |
| Jahreslizenz je Schule als Pauschale | 200,00 Euro bis 1.330,00 Euro | 200,00 Euro für Grundschulen und Kindergärten bei Klassenalarm, 300,00 bis 1.330,00 Euro für weiterführende Schulen bei Klassenalarm, ab 299,00 Euro bei NICA. Es zählen Nutzerzahl und Einrichtungsart. |
| Plattform für Unternehmen und Behörden, je Nutzer und Monat | 0,80 Euro bis 10,00 Euro | 0,80 Euro bis 9,00 Euro bei GroupAlarm, 3,50 Euro bis 7,00 Euro bei safeREACH für Alarmierung und 4,50 Euro bis 10,00 Euro bei safeREACH für Krisenmanagement. Es zählen gemeinnützige oder gewerbliche Nutzung, Nutzerzahl und Funktionsumfang. GroupAlarm weist inklusive 19 Prozent Umsatzsteuer aus, safeREACH exklusive. |
| Einrichtungsgebühr | 0,00 Euro bis 790,00 Euro einmalig | 0,00 Euro bei Klassenalarm und GroupAlarm, 790,00 Euro einmalig bei safeREACH. Es zählen das Anbietermodell und der Umfang der Ersteinrichtung. |
| Verbrauchskosten für SMS und Sprachanruf | ab 0,12 Euro je SMS und ab 0,12 Euro je Anruf | Bei GroupAlarm ab 0,12 Euro je SMS mit 160 Zeichen und ab 0,12 Euro je Anruf, dazu eine Hotline-Grundgebühr von 5,00 Euro je Rufnummer oder 2,50 Euro je Agent, Festnetzminuten ab 0,02 Euro und Mobilfunkminuten ab 0,12 Euro. Es zählen Kanalwahl, Alarmhäufigkeit und Zielnetz. Bei safeREACH sind SMS- und Anrufkontingente nach Nutzerzahl enthalten. |
| Zusatzmodule | ab 39,00 Euro je Monat oder 228,00 Euro je Jahr | 228,00 Euro je Jahr für E-Mail-Alarmierung bei NICA, ab 39,00 Euro je Monat für email2alarm bei safeREACH und ab 39,00 Euro je Monat für den Blackout Detector bei safeREACH. Es zählen Anzahl und Art der Zusatzfunktionen. |
| Amokalarm-Handmelder für die Brandmelderzentrale | 164,47 Euro bis 195,72 Euro je Melder | Fachhandelspreis eines Telenot-Händlers, Abgabe nur an zertifizierte Kunden. Es zählen Ausführung des Gehäuses, Bezugsweg und Stückzahl. Die Umsatzsteuerangabe ist beim Händler erst nach Anmeldung sichtbar. |
| Sprachalarmanlage, Verkabelung, Projektierung und Abnahme | nicht öffentlich ausgewiesen | Es zählen Gebäudegröße, Zahl der Beschallungszonen, Bestandstechnik sowie die Anforderungen aus DIN VDE 0833-4 und DIN 14675. Keine der geprüften Quellen nennt eine Zahl. |
| Enterprise-Plattform F24 FACT24 ENS+ sowie Lizenzen von Stiller Alarm | nicht öffentlich ausgewiesen | Es zählen Nutzerzahl, Module, Laufzeit und Supportstufe. Beide Anbieter veröffentlichen keine Preise. |
| Jährliche Instandhaltung, Wartung und Übungen | nicht öffentlich ausgewiesen | Es zählen Anlagentyp, Prüfumfang und Landesvorgaben. Die Verwaltungsvorschrift Baden-Württembergs verlangt jährliche Übungen, die Kosten dafür sind in keiner geprüften Quelle beziffert. |
Quellen sind die öffentlichen Preisseiten von Klassenalarm, NICA, NOKO, safeREACH und GroupAlarm sowie der Fachhandelspreis eines Telenot-Händlers, alle abgerufen am 20.09.2026. Für Sprachalarmanlagen, Verkabelung, Projektierung, Abnahme, Wartung und Übungen ließ sich keine belastbare öffentliche Zahl finden. F24 und Stiller Alarm veröffentlichen überhaupt keine Preise. Lassen Sie sich diese Positionen ausdrücklich ausweisen und verlangen Sie eine Gesamtrechnung über drei Jahre einschließlich Einrichtung, Verbrauchskosten, Zusatzmodulen und Support.
Brutto gegen netto macht den Zahlenvergleich unbrauchbar
GroupAlarm nennt Bruttopreise inklusive 19 Prozent Umsatzsteuer. Klassenalarm, NICA, NOKO und safeREACH nennen Nettopreise. Ein direkter Zahlenvergleich ohne Umrechnung führt in die Irre.
- Auch die Bezugsgrößen unterscheiden sich, je Nutzer und Monat, je Nutzer und Jahr oder je angefangene 20 Nutzer
- Einrichtungsgebühren reichen von 0,00 Euro bei Klassenalarm und GroupAlarm bis 790,00 Euro einmalig bei safeREACH
- Verbrauchskosten für SMS und Anrufe fehlen in Listenpreisen häufig ganz
- Bei NICA passen die Angaben ab 299,00 Euro je Jahr und ab 49,00 Euro je Monat bei zwölf Monaten Laufzeit rechnerisch nicht zusammen, beide stehen auf Anbieterseiten
Was Sie fragen sollten und was typischerweise schiefgeht
Die folgenden Fragen trennen Anbieter, die den Betrieb kennen, von solchen, die nur das Produkt zeigen. Die Fehlerliste darunter stammt aus den Vorgaben der Länder und aus den Anbieterangaben dieser Recherche.
Acht Fragen an Anbieter
- Welche Alarmarten lassen sich getrennt konfigurieren und wie stellt das System sicher, dass Räumungsalarm und Bedrohungsalarm unterscheidbar bleiben?
- Welche Kanäle werden parallel bedient und was passiert, wenn ein Kanal ausfällt, etwa das Mobilfunknetz oder das Schul-WLAN?
- Funktioniert die Alarmierung ohne Internetverbindung und welche Rückfallebene empfehlen Sie, wenn nicht?
- Durchbricht die Benachrichtigung den Lautlosmodus und welche Konfiguration auf dem Endgerät ist dafür nötig?
- Welche Standortinformationen werden erhoben, in welchem Moment, wie lange werden sie gespeichert und wo stehen die Server?
- Welche Schnittstellen gibt es zu vorhandener Technik, also Brandmeldeanlage, Sprachalarmanlage, Gebäudeleittechnik, Verzeichnisdienst und Schulverwaltungssoftware?
- Wie sieht die Gesamtrechnung über drei Jahre aus, einschließlich Einrichtung, Verbrauchskosten für SMS und Anrufe, Zusatzmodulen und Support?
- Welche Unterlagen liefern Sie für Personalrat, Datenschutzbeauftragte und Aufsicht, also Auftragsverarbeitungsvertrag, technische und organisatorische Maßnahmen sowie Zertifikatsnachweise?
Sechs typische Fehler bei Auswahl und Einführung
Ein Signal für alle Lagen
Wird derselbe Ton für Räumung und Bedrohungslage genutzt, laufen Menschen in die falsche Richtung. Der ZVEI und die Verwaltungsvorschrift Baden-Württembergs verlangen ausdrücklich unterscheidbare Signale.
Technik ohne Alarmplan
Eine App ohne festgelegte Rollen, Empfängergruppen und Handlungsanweisungen erzeugt Meldungen, mit denen niemand etwas anfangen kann. Klassenalarm beschreibt genau diesen Punkt als Kern des Produkts, nämlich Alarm plus Anweisung plus Rückmeldung plus Entwarnung.
Keine Rückfallebene eingeplant
Alle in dieser Recherche geprüften App-Lösungen brauchen eine aktive Internetverbindung. Klassenalarm sagt das im eigenen FAQ ausdrücklich. Die Verwaltungsvorschrift Baden-Württembergs verlangt deshalb netzunabhängige Alarmierungseinrichtungen wie Handglocke oder Megafon.
Barrierefreiheit erst am Ende bedacht
Das Zwei-Sinne-Prinzip und optische oder taktile Komponenten sind keine Kür. Wer nur akustisch alarmiert, erreicht hörbeeinträchtigte Personen nicht.
Einführung ohne Übung und ohne Abstimmung mit Polizei und Feuerwehr
Die Verwaltungsvorschrift verlangt die jährliche Übermittlung des Krisenplans an Polizei und Feuerwehr sowie jährliche Übungen. Ein System, das nur im Ernstfall zum ersten Mal benutzt wird, wird falsch bedient.
Preisvergleich über verschiedene Bezugsgrößen
Je Nutzer und Monat, je Nutzer und Jahr, je angefangene 20 Nutzer, brutto oder netto, mit oder ohne Einrichtungsgebühr und ohne SMS-Verbrauch. Wer das nicht auf eine gemeinsame Basis bringt, vergleicht Zahlen, die nichts miteinander zu tun haben.
Fragen zu Amokalarm und Alarmierung
Die Antworten stammen aus den Quellen dieser Recherche mit Stand 20.09.2026.
Gibt es in Deutschland eine Pflicht, einen Amokalarm zu installieren?
Eine bundesweit verbindliche Pflicht zu einem bestimmten technischen Amokalarmsystem lässt sich nach Darstellung von Klassenalarm nicht ableiten. Maßgeblich sind Landesrecht, Schulträger, Gebäudesituation und örtliche Absprachen. Bauordnungsrechtlich verlangt die Muster-Schulbau-Richtlinie eine Alarmierungsanlage für die Räumung, nicht jedoch ein Amoksystem.
Was unterscheidet einen Amokalarm von einem Räumungsalarm?
Die erwartete Reaktion ist gegenläufig. Bei Räumung verlassen alle das Gebäude, bei einer Bedrohungslage bleiben sie in Räumen und verbarrikadieren Türen. Deshalb verlangen der ZVEI und die Verwaltungsvorschrift Baden-Württembergs deutlich unterscheidbare Signale. Ein reiner Ton ohne Zusatzinformation reicht dafür in vielen Fällen nicht.
Welche Norm regelt Sprachalarmanlagen?
DIN VDE 0833-4 in der Ausgabe 2024-06 regelt Planen, Errichten, Erweitern, Ändern und Betreiben von Anlagen zur Sprachalarmierung im Brandfall. Sie gilt zusammen mit DIN VDE 0833-1 und DIN VDE 0833-2. Für die Fachfirmenqualifikation ist zusätzlich DIN 14675 einschlägig.
Darf eine Sprachalarmanlage auch für Amokalarm genutzt werden?
Hier widersprechen sich die Quellen. Der Fachanbieter ESB Solutions schreibt, DIN VDE 0833-4 lasse eine Nutzung im Nichtbrandfall zu. Die Normübersicht der DGWZ äußert sich dazu nicht. Vor einer Festlegung sollte der Normtext selbst eingesehen und die Brandschutzdienststelle eingebunden werden.
Brauche ich zusätzliche Hardware für eine Alarm-App?
Bei den geprüften App-Anbietern nicht. Klassenalarm, NICA und NOKO geben an, dass vorhandene Endgeräte genügen. Optionale Hardware gibt es bei Stiller Alarm in Form von USB- und Bluetooth-Tastern sowie bei AidComm in Form von Notrufgeräten und Alarmboxen.
Funktioniert eine Alarm-App ohne Internet?
Nein. Klassenalarm beantwortet das im eigenen FAQ ausdrücklich mit Nein und verlangt eine aktive Internetverbindung, wobei Mobilfunk genügt, wenn das WLAN nicht verfügbar ist. NICA nennt ebenfalls eine aktive Internetverbindung als Voraussetzung. Deshalb ist eine netzunabhängige Rückfallebene nötig.
Wie wird verhindert, dass jemand versehentlich Alarm auslöst?
Die geprüften Anbieter setzen auf einen einstellbaren Countdown vor dem Absenden, auf Rollen- und Berechtigungsstufen und auf klar getrennte Testalarme. Klassenalarm und NOKO beschreiben den Countdown ausdrücklich, Klassenalarm und NICA beschreiben als Übung gekennzeichnete Testalarme.
Werden Standortdaten dauerhaft erfasst?
Bei Klassenalarm nicht. Der Anbieter gibt an, Standortinformationen nur im Moment der Alarmauslösung abzufragen und den Ort über zugeordnete WLAN-Accesspoints zu bestimmen, GPS nur optional und nur im Alarmfall. Für andere Anbieter wurde diese Frage in dieser Recherche nicht belegt.
Wo liegen die Daten und wie lange?
Klassenalarm nennt deutsche Rechenzentren und eine automatische Löschung abgeschlossener Vorfallsdaten nach 14 Tagen. NICA nennt Hosting in Deutschland über AWS Frankfurt. NOKO nennt Serverstandort Berlin sowie clientseitige AES-Verschlüsselung. F24 nennt deutsche Hochsicherheitsrechenzentren mit ISO/IEC 27001, ISO/IEC 20000-1 und ISO 9001. Löschfristen der übrigen Anbieter sind nicht öffentlich ausgewiesen.
Was kostet ein System für eine Schule mit 60 Beschäftigten?
Belegbar sind für dieses Beispiel 750,00 Euro netto im Jahr bei Klassenalarm für eine weiterführende Schule mit 41 bis 60 Nutzern und 360,00 Euro netto im Jahr bei NOKO bei 6,00 Euro je Person. NICA nennt einen Einstieg ab 299,00 Euro je Jahr für Schulen, an anderer Stelle jedoch ab 49,00 Euro je Monat bei zwölf Monaten Laufzeit. Diese beiden NICA-Angaben passen rechnerisch nicht zusammen und werden hier nicht aufgelöst.
Was ist ein stiller Alarm und wer braucht ihn?
Ein stiller Alarm holt Hilfe, ohne dass die bedrohende Person es bemerkt, und verhindert damit eine Eskalation am Schalter oder im Beratungsgespräch. Typische Einsatzorte sind Bürgerämter, Jobcenter, Gerichte, Wohnungsunternehmen, Kliniken und Schulsekretariate. Ausgelöst wird über Tastenkombination, Maus, USB-Taster oder App.
Was hat KRITIS mit Alarmierung zu tun?
Der Zusammenhang ist mittelbar. Nach Darstellung des BSI verlangt das durch das NIS-2-Umsetzungsgesetz neu gefasste BSI-Gesetz von Betreibern kritischer Anlagen eine rund um die Uhr erreichbare Kontaktstelle, Meldungen erheblicher Sicherheitsvorfälle und ein Risikomanagement. Eine ausdrückliche Pflicht zur Beschaffung eines Alarmierungssystems nennt das BSI an dieser Stelle nicht.
Welche Meldewege sind nicht belegt?
DECT ließ sich in keiner der geprüften Anbieterquellen belegen und wird hier deshalb als nicht belegbar geführt. Ebenso wenig belegt sind Reichweiten- und Leistungsangaben wie Alarme je Minute, Reaktionszeiten oder Verfügbarkeitsquoten, diese sind durchgängig Eigenangaben der Anbieter und wurden nicht unabhängig geprüft.
Passende Beiträge aus dem Wissensbereich
Angebote für Ihre Alarmierung
Beschreiben Sie Ihren Bedarf in rund zwei Minuten. Sie erhalten unverbindliche Angebote geprüfter Anbieter aus dieser Kategorie.