Klassenalarm oder MultiBel im Direktvergleich
Klassenalarm alarmiert nur per App-Push, MultiBel zusätzlich per Anruf, SMS und ELA-Anlagen. Der Vergleich zeigt Alarmwege, Zertifizierungen und Preise
- Aktualisiert am 24. September 2026
- Redaktionell geprüft
- Lesezeit rund 9 Minuten
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- Nur Anbieter mit Vertrag


Das Wichtigste in Kürze
- Klassenalarm alarmiert nach den Anbieterangaben ausschließlich per App-Push, MultiBel zusätzlich per Anruf, SMS, E-Mail und Desktop
- MultiBel bindet ELA-Anlagen, Brandmeldeanlagen und Gebäudeleittechnik ein, Klassenalarm ausdrücklich nicht
- Einen stillen Alarm führt nur MultiBel, Klassenalarm grenzt sich davon ausdrücklich ab
- Hosting-Standort und Auftragsverarbeitungsvertrag sind bei MultiBel nicht belegt, bei Klassenalarm beides ausgewiesen
- MultiBel Standard ist bis 25 Personen dauerhaft kostenlos, Klassenalarm startet bei 300 Euro netto im Jahr
Klassenalarm und MultiBel gehen die Alarmierung von zwei Seiten an. Klassenalarm ist ausschließlich für Schulen gebaut, alarmiert nach den Anbieterangaben allein per App-Push und führt Handlungsanweisung, Rückmeldung und Entwarnung in einer Übersicht zusammen. MultiBel ist branchenübergreifend aufgestellt, erreicht Personen zusätzlich per Anruf, SMS, E-Mail und Desktop und bindet ELA-Anlagen, Brandmeldeanlagen und Notknöpfe ein. Für die schulinterne Koordination auf vorhandenen Geräten liegt Klassenalarm nahe, für stillen Alarm und die Kopplung mit Gebäudetechnik MultiBel.
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Die beiden Anbieter im direkten Vergleich
Alle Angaben stammen von den Anbieter-Websites und den Store-Einträgen, abgerufen am 24. September 2026. Preise sind so mit netto oder brutto angegeben, wie der Anbieter sie ausweist.
| Kriterium | Klassenalarm | MultiBel |
|---|---|---|
| Zielgruppe | ausschließlich Schulen, Schulträger und Bildungsverbünde | branchenübergreifend, genannt sind Hotels, Einzelhandel, Bildung, Gesundheit, Kommunen und Industrie, in der Bildung von der Grundschule bis zur Universität |
| Alarmwege | ausschließlich App-Push auf iOS, iPadOS, Android, macOS, Windows 11, Apple Watch und Web, aktive Internetverbindung zwingend, SMS, Anruf, E-Mail und Sirene nicht belegt | Push auf die MultiBel App, Anruf auf bis zu zehn Nummern je Person, E-Mail, SMS und Desktop-Alarm, im Amokkontext zusätzlich Pager, DECT-Telefone, Sirene und Signallampen |
| Stiller Alarm | nicht belegt, der Anbieter grenzt das Produkt ausdrücklich vom stillen Alarm ab und weist einen hörbaren Alarm aus | belegt, ein Amokalarm kann offensichtlich sowie still und diskret ausgelöst werden, eigene Seite zum stillen Alarm mit festem und mobilem Knopf, eine getrennte Auswahl still oder laut als zwei Alarmtypen ist nicht beschrieben |
| Auslösewege | Auswahl des Alarmtyps auf einem unterstützten Gerät, Taster, Kurzwahl, QR-Code und API nicht belegt | App, Webanwendung, telefonisch, E-Mail, QR-Code, Alleinarbeiterschutz, mobiler oder fester Notknopf, gekoppelte Brandmeldeanlage sowie Schnittstellen zum Gefahrenmanagementsystem |
| Vordefinierte Szenarien | frei konfigurierbare Alarmtypen, genannt sind Amokalarm und medizinischer Vorfall, Vorlagen für Bombendrohung, Feuer und Evakuierung nicht belegt | unbegrenzt anlegbare Szenarien im Paket Professional, im Paket Standard vorab keine Szenarien bestimmbar, für Schulen genannt sind Schulsanitätsdienst, Feueralarm sowie Aggressions- und Amokalarm, Bombendrohung nicht belegt |
| Handlungsanweisungen | die Handlungsanweisung der Schule erscheint direkt in der Alarmansicht, Checklisten vorab hinterlegt | Meldetexte und Dokumente wie Notfallpläne sind Teil der Alarmierung, jede Personengruppe hört und liest nur die Anweisungen ihrer Funktion |
| Rückmeldung | vorbereitete Antwortoptionen wie Unterwegs und Nicht möglich, Antworten in gemeinsamer Vorfallsübersicht | Quittierung durch die Alarmteilnehmer, Auswertung in Echtzeit im Dashboard, manuelle oder automatische Eskalationsszenarien |
| Entwarnung | belegt, ein Administrator beendet den Alarm, das System verschickt den vorbereiteten Entwarnungstext | als eigene benannte Funktion nicht belegt, belegt sind nachgelagerte Anweisungen zur Nacharbeit |
| Hardware und Integrationen | rein softwarebasiert, MDM-Rollout über Microsoft Intune, Jamf Pro und Relution, Nutzerimport aus EduPage und IServ, Anbindung von Tastern, ELA-Anlagen und Brandmeldeanlagen nicht Teil des Produkts | SaaS ohne Hardwarepflicht, optional fester oder mobiler Notknopf, Einbindung vorhandener ELA-Anlagen, Anbindung von Brandmeldeanlagen und Gebäudeleittechnik, potenzialfreie Kontakte und APIs, Indoor-Ortung über vorhandene WLAN-Signale |
| Hosting | Deutschland, genannt sind Frankfurt am Main, Hallstadt und Nürnberg, Auftragsverarbeitungsvertrag als PDF, Löschung der Vorfallsdaten nach 14 Tagen | redundant über drei geografisch getrennte Rechenzentren, SLA über 99,95 Prozent Systemverfügbarkeit, Land oder Region der Rechenzentren nicht belegt, ein Auftragsverarbeitungsvertrag nicht belegt |
| Zertifizierungen | BITMi-Gütesiegel Software Made in Germany, ISO 27001 und BSI-Grundschutz nicht belegt | ISO 27001 für MultiBel und die Rechenzentren, Prüfstelle Kiwa, dazu K21023 für Alleinarbeiter und K21047 für Gebäudeevakuierung nach NEN 2575-4 |
| Einrichtung | Einrichtungstermin über 60 Minuten, Rollout per E-Mail oder MDM, lokale IT nicht zwingend, Gesamtdauer bis zum Produktivbetrieb nicht belegt | Standard nimmt laut Anbieter kaum Zeit in Anspruch, Professional entsteht in enger Absprache, konkrete Einrichtungsdauer nicht belegt |
| Testphase | 14 Tage kostenlos, ein kostenpflichtiger Vertrag beginnt erst nach ausdrücklicher Bestätigung, Nutzerzahl nicht belegt | kein befristeter Test, stattdessen dauerhaft kostenloses Paket Standard für bis zu 25 Personen mit eingeschränktem Umfang und eine Demo für Professional |
| Preismodell | Jahrespreis je Schule nach Nutzerstaffel, alle Funktionen inklusive, keine Einrichtungskosten, alle Preise netto | Standard gratis bis 25 Personen, Professional modular mit Erweiterungsmodulen und unbegrenzter Personenzahl, Preise der Module nicht belegt |
| Einstiegspreis | 300 Euro netto im Jahr für weiterführende Schulen bis 20 Nutzer, 200 Euro netto je 20 Nutzer und Jahr für Grundschulen, Stand 24. September 2026 | 0 Euro im Paket Standard, Professional ab 70 Euro im Monat, ob netto oder brutto weist der Anbieter nicht aus, Stand 24. September 2026 |
| App in den Stores | Apple App Store und Google Play, Anbieter BlueID GmbH, kostenlos, Microsoft-Store-Eintrag nicht belegt | Apple App Store und Google Play, Anbieter MultiBel BV, kostenlos, auf der Website sind die Store-Einträge nicht verlinkt |
| Support | E-Mail-Support im Preis, während der Einführung Telefon und E-Mail, Servicezeiten und SLA nicht belegt | die Kontaktseite nennt Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, die Preisseite führt für beide Pakete einen Telefonsupport rund um die Uhr, der Anbieter löst diesen Unterschied nicht auf |
| Referenzen | nach eigener Angabe über 150 Schulen, genannt sind Campus Augustinum Graz und Gymnasium Lilienthal | nach eigener Angabe mehr als 3.000 Organisationen und über 150.000 Nutzer, genannt sind Montessori Schule Weißenhorn und Universitätsmedizin Göttingen |
Anbieter im Profil

Klassenalarm ist ein Produkt der Münchner BlueID GmbH, die vor der Umfirmierung unter baimos technologies firmierte und aus der digitalen Identifikations- und Zugangstechnologie k…
Das Profil beruht auf Anbieterangaben und öffentlich zugänglichen Quellen. ServiceSelector vermittelt Angebote und verkauft selbst keine Produkte.
Wann MultiBel die bessere Wahl ist
MultiBel setzt breiter an. Der Alarm läuft nicht nur auf Smartphones, sondern auch über Anlagen, die im Gebäude ohnehin vorhanden sind, und über Kanäle außerhalb der App.
- Es muss auch Personal erreicht werden, das kein dienstliches Smartphone trägt, denn MultiBel ruft bis zu zehn Nummern je Person an und sendet SMS und E-Mail
- Ein stiller Alarm ist gefordert, denn ein Amokalarm lässt sich bei MultiBel still und diskret auslösen, dazu gibt es einen festen und einen mobilen Notknopf
- Vorhandene ELA-Anlagen, Brandmeldeanlagen oder die Gebäudeleittechnik sollen mit auslösen oder Durchsagen starten, wofür MultiBel Schnittstellen und potenzialfreie Kontakte vorsieht
- Der Einstieg soll ohne Budget möglich sein, denn Standard ist für bis zu 25 Personen dauerhaft kostenlos, allerdings ohne vorab definierte Szenarien
- Eine zugesicherte Verfügbarkeit wird gebraucht, denn MultiBel nennt ein SLA über 99,95 Prozent, während Klassenalarm keinen Verfügbarkeitswert ausweist
Wann Klassenalarm die bessere Wahl ist
Klassenalarm ist auf einen einzigen Betrieb zugeschnitten, den schulischen, und wird vom Anbieter ausdrücklich als Ergänzung bestehender Alarmwege beschrieben, nicht als deren Ersatz.
- Gebraucht wird die Handlungsanweisung der eigenen Schule direkt in der Alarmansicht, also das Geschulte im Alarmfall zum Nachlesen
- Eine ausdrückliche Entwarnung ist gefordert, denn bei Klassenalarm beendet ein Administrator den Alarm und das System verschickt den vorbereiteten Entwarnungstext, während MultiBel dafür keine eigene Funktion ausweist
- Hosting-Standort und Auftragsverarbeitungsvertrag müssen belegt sein, denn Klassenalarm nennt Frankfurt am Main, Hallstadt und Nürnberg und stellt einen AVV als PDF bereit, bei MultiBel fehlt beides
- Die Nutzer sollen aus EduPage oder IServ importiert und die App über Microsoft Intune, Jamf Pro oder Relution ausgerollt werden, was bei MultiBel nicht belegt ist
- Der Preis soll je Schule und Jahr feststehen und als netto ausgewiesen sein, denn bei MultiBel bleibt bei 70 Euro im Monat offen, ob netto oder brutto gemeint ist
Alarmablauf, Einrichtung, Datenschutz und Kosten im Detail
Im Alarmablauf unterscheiden sich die Systeme vor allem in der Breite. Klassenalarm sendet einen kritischen Alarm, der auf passend eingerichteten Geräten auch bei Stummschaltung laut ausgegeben wird, und braucht dafür eine aktive Internetverbindung. MultiBel durchbricht den Stummmodus von iOS und Android ebenfalls, nutzt daneben Anruf, SMS, E-Mail und Desktop und kann für weniger dringende Fälle bewusst nur Telefonie, E-Mail und SMS verwenden. Rückmeldungen sammeln beide, bei MultiBel lässt sich die Eskalation manuell oder automatisch auslösen. Am Ende trennen sie sich, denn eine ausdrückliche Entwarnung ist nur bei Klassenalarm belegt, bei MultiBel sind nur Anweisungen zur Nacharbeit ausgewiesen.
Bei der Einrichtung hängt viel am Paket. Klassenalarm bietet einen Einrichtungstermin über 60 Minuten und führt über Verantwortlichkeiten, Alarmpläne, Empfängergruppen, Geräteaktivierung, Systemcheck und einen gekennzeichneten Probealarm, lokale IT ist nicht zwingend. MultiBel beschreibt das Paket Standard als schnell eingerichtet, das Paket Professional dagegen als Ergebnis einer engen Absprache mit vielen Variablen. Eine konkrete Einrichtungsdauer nennt MultiBel nicht, eine Gesamtdauer bis zum Produktivbetrieb nennt Klassenalarm nicht.
Beim Datenschutz fällt der Unterschied deutlich aus. Klassenalarm hält Daten und Betrieb in Deutschland, stellt einen Auftragsverarbeitungsvertrag als PDF bereit, löscht Vorfallsdaten nach 14 Tagen und verarbeitet Standortdaten nur bei einer konkreten Auslösung, weist aber keine ISO-Zertifizierung aus. MultiBel weist umgekehrt ISO 27001 für sich selbst und die Rechenzentren aus, dazu die Kiwa-Zertifikate und ein SLA über 99,95 Prozent. Offen bleibt, in welchem Land die drei Rechenzentren stehen, und ein Auftragsverarbeitungsvertrag ist nicht belegt. Wer beides schriftlich braucht, muss beim Anbieter anfragen.
Bei den Kosten sind die Modelle nicht unmittelbar vergleichbar. Klassenalarm rechnet je Schule und Jahr über eine Nutzerstaffel ab, 300 Euro netto bis 20 Nutzer, 550 Euro netto bei 21 bis 40 Nutzern, ein Schulträger startet bei 1.400 Euro netto. MultiBel stellt das Paket Standard für bis zu 25 Personen dauerhaft kostenlos, dort aber ohne vorab definierte Szenarien, ohne Erweiterungsmodule und mit Auslösung nur über die App. Professional beginnt nach Anbieterangabe bei 70 Euro im Monat, ohne Angabe zu netto oder brutto und ohne Preise für die Module. Ein Kostenvergleich ist deshalb nur mit einem Angebot belastbar.
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Wechsel und Parallelbetrieb
Zum Wechsel zwischen diesen Systemen machen die Anbieterseiten keine Angaben. Weder Exportformate noch Migrationshilfen oder die Übernahme von Empfängergruppen sind belegt, ebenso wenig Mindestlaufzeiten und Kündigungsfristen. Belegbar ist nur der Aufwand beim Start, also die Pflege der Empfängergruppen, das Hinterlegen der Meldetexte und der Rollout auf die Geräte. Ein Parallelbetrieb ist technisch nicht ausgeschlossen, weil beide Systeme ohne eigene Hardware auf vorhandenen Geräten laufen und Klassenalarm sich ausdrücklich als Ergänzung bestehender Alarmwege beschreibt. Bei MultiBel lässt er sich günstig prüfen, weil das Paket Standard für bis zu 25 Personen dauerhaft kostenlos bleibt. Doppelte Pflege und die Frage, welches System im Ernstfall zuerst ausgelöst wird, bleiben dennoch zu klären.
Weitere Vergleiche
Dieser Beitrag gehört zu einer Reihe von Vergleichen zu Alarmierungssystemen für Schulen und Einrichtungen. Die übrigen Seiten der Reihe stehen hier.
Transparenzhinweis
ServiceSelector arbeitet mit Software-Anbietern zusammen und kann für vermittelte Anfragen Vergütungen erhalten. Die Einordnung auf dieser Seite folgt der dokumentierten Methodik des Vergleichs von Alarmierungssystemen und ist von der Geschäftsbeziehung unabhängig. Alle Preis- und Funktionsangaben wurden am 24. September 2026 von den Anbieter-Websites erhoben. Angaben, die sich dort nicht belegen ließen, sind ausdrücklich gekennzeichnet und nicht durch Annahmen ersetzt worden.
Häufige Fragen
Was ist der größte Unterschied zwischen Klassenalarm und MultiBel?
Die Alarmwege und die Gebäudetechnik. Klassenalarm stellt nach den Anbieterangaben ausschließlich als App-Push zu. MultiBel erreicht Personen zusätzlich per Anruf, SMS, E-Mail und Desktop und bindet ELA-Anlagen, Brandmeldeanlagen und Gebäudeleittechnik ein.
Ist MultiBel wirklich kostenlos nutzbar?
Das Paket Standard ist für bis zu 25 Personen dauerhaft kostenlos, aber eingeschränkt. Ein Alarm lässt sich nur über die App starten, Szenarien lassen sich vorab nicht bestimmen und Erweiterungsmodule fehlen. Professional beginnt ab 70 Euro im Monat, ohne Angabe, ob netto oder brutto.
Welche Angaben fehlen bei MultiBel für eine Datenschutzprüfung?
Zwei. Der Anbieter nennt drei geografisch getrennte Rechenzentren, aber weder Land noch Region. Ein Auftragsverarbeitungsvertrag ist auf den geprüften Seiten ebenfalls nicht belegt. Ausgewiesen sind dagegen ISO 27001 sowie die Verarbeitung nach der Datenschutzgrundverordnung.
Wie ist der Support der beiden Anbieter erreichbar?
Klassenalarm nennt E-Mail-Support im Preis und während der Einführung Telefon und E-Mail, Servicezeiten sind nicht belegt. Bei MultiBel stehen zwei Angaben nebeneinander, die Kontaktseite nennt Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, die Preisseite einen Telefonsupport rund um die Uhr. Der Anbieter löst das nicht auf.
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